Fünf Fragen an Rica Braune - Dozentin für Personalentwicklung, Qualitätsmanagement und Coaching

Die Dozentin Rica Braune gehört zu unseren populärsten DozentInnen. Ihr Seminar "Kompetenztraining für Führungskräfte der mittleren Leitungsebene - Rolle Aufgabe und Instrumente" war im Nu voll. Wir freuen uns deswegen sehr, dieses gefragte, eigens für die Akademie entwickelte Seminar, 2012, wie bereits im vergangen Jahr, ein weiteres Mal anbieten zu können. Wir (PAS) wollten ein bischen mehr über Rica Braune (RB) erfahren und haben Ihr einige Fragen gestellt.

Fünf Fragen an Rica Braune:

PAS: Ihr Lebenslauf klingt interessant: Vom Lehramtsstudium über Leiterin Öffentlichkeitsarbeit der Niederrhein-Therme und Leitung der Paritätischen Akademie Thüringen hin zur Freiberuflichen Personal- & Organisationsentwicklerin. Wie wurden Sie Beraterin?

RB: Heutzutage haben viele Menschen gleich drei Berufe, gerade im sozialen Sektor.  Bei mir ist das inzwischen auch so. Angefangen hat meine "Karriere" in der DDR mit dem Dipl.-Lehrerstudium.

Meine germanistische Diplomarbeit beschäftige sich mit der Sprache der Werbung. Als die Wende kam, habe ich die Chance ergriffen und den Weg über eine Ausbildung in die Werbung gewählt. Meine Tätigkeiten in der Werbung waren entweder Werbeleiterin in einem Unternehmen oder Führungskraft in einer Werbeagentur.

Als Führungskraft war ich sehr lernbegierig und habe zahlreiche Seminare und Trainings zum Thema "Führen" besucht - solche Trainings, wie ich sie heute selber anbiete. Und irgendwann war klar, dass willst Du eigentlich machen. Dann habe ich mich bei  Prof. Wottawa in Dortmund zur Personalentwicklerin, Beraterin, Trainerin und Coach ausbilden lassen. So kam das.

PAS: Das Thema „Führung“ erfreut sich bei Seminaren an großer Beliebtheit, gewinnt an Bedeutung. Warum? 

RB: Gut, dass das Thema "Führung" im sozialen Bereich immer mehr an Bedeutung gewinnt. In der Wirtschaft hat es das ja schon länger. Soziale Einrichtungen haben nicht selten Verantwortung für eine Mitarbeiterschaft wie größere mittelständische Unternehmen.

Herausforderungen wie Fachkräftemangel, knappe Ressourcen, hohe Erwartungen der Leistungsempfänger und der Kostenträger - das alles will gemeistert werden und das kann Leitung nur bewältigen, wenn Strukturen, Management und persönliche Kompetenzen der Führungskräfte vorhanden sind.

Das gilt inzwischen genauso für die mittlere Leitungsebene, deren Aufgabengebiete sich so rasant und komplex erweitert haben. Frage ich die mittlere Leitungsebene, für wie viele Mitarbeiter sie verantwortlich ist, dann höre ich nicht selten Zahlen zwischen 40 und 120. Diese wollen in einem modernen Verständnis geführt sein.

PAS: Was macht einen guten Dozenten aus? 

RB: Von Dozenten und Referenten wird ein guter Vortrag erwartet, gut aufbereitetes, sortiertes Material zum mit nach Hause nehmen, möglichst viele hilfreiche Antworten auf alle möglichen Teilnehmerfragen. Ein guter Trainer erzeugt bei den Teilnehmern, dass sie mit guten Fragen aus dem Training Heim gehen und Tools haben, um Lösungen zu diesen Fragen zu initiieren.

Das Thema Führen ist da auch ein besonderes - man kann das nicht mit Input und Vortrag erlernen, da braucht es Selbsterfahrung, Üben, Reflexion, Fallarbeit, Lernen von Handwerkszeug, Erfahrungsaustausch in der Gruppe. Das alles geht m.E. nur mit Methoden der Erwachsenenbildung, mit Erzeugen und Steuern von Gruppenprozessen, mit Moderation. Das fordert von den Teilnehmer, dass sie aktiv sind, manchmal auch ihre Grenzen kennen lernen und darüber hinaus wachsen. 

Ein guter Trainer schafft es, die bei den Teilnehmern vorhandene Neugier aufzugreifen und ihnen die Gewissheit zu geben, dass sie im Alltag - insbesondere im Führungsalltag - die Fähigkeit haben, sich die richtigen Fragen zu stellen und selbst für die Entwicklung von Lösungen zu sorgen. 

PAS: Was macht Ihnen am meisten Spaß in ihrem Job?
 

RB: Die Vielfalt, in der ich tätig bin. Es sind verschiedene Organisationen, verschiedene Themen und doch sind sie verbunden. Es geht um Management, Gestalten von Führung, systematische Personalentwicklung. Und es passiert oft, dass sich Einbahnstraßen in neue Wege wandeln, dass sich Konflikte auflösen, dass die Leitungskräfte wieder tatenfreudig werden.

Das eine schöne und sehr positive Energie, die dann entsteht und die zu einem dann auch zurückkommt. Für die Trainings kann ich sagen, die machen mir Spaß, wenn gelacht wird. Dann ist der Funke bei den Teilnehmern und in der Gruppe übergesprungen, dann passiert Veränderung, dann entsteht etwas neues.

Letztlich lerne ich von den Teilnehmern auch immer sehr viel, das ist immer wieder sehr faszinierend und spannend.

PAS: Was können Sie neuen Führungskräften mit auf den Weg geben?

RB:  Bauen Sie sich einen Unterstützerkreis auf - in der Organisation, mit anderen Führungskräften. Nutzen Sie die Chance, sich mit anderen auszutauschen, weiterzubilden. Man muss sich die Zeit dafür nehmen, aber es lohnt sich, erweitert das Repertoire, bringt neue Ideen, macht Mut, hilft bei der Gelassenheit und Ausdauer. Und es hält einen fit, frisch und neugierig.  Das sollten Führungskräfte sein. 

Hier finden Sie Links zu den Seminaren, die Rica Braune 2012 bei der PAS anbietet:

  • Managementbewertung und interne Audits als Führungsinstrumente. Instrumente des QM-Systems konsequent nutzen
    Stuttgart: 19. Juli 2012

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